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Barhuf oder Beschlag?

Barhuf oder Beschlag- wichtige Entscheidungskriterien

Viele Pferdebesitzer sind sich unsicher bei der Entscheidung über die Notwendigkeit eines Hufbeschlages. Die Vor- und Nachteile des Hufbeschlages sind den Meisten bekannt. Doch welche Kriterien lassen die richtige Entscheidung treffen? Eine kleine Richtschnur kann hier helfen.

Im Vordergrund steht auf jeden Fall der Einsatz des Pferdes. Wie lange läuft es, welche Belastung, welcher Boden. Eine wichtige Bedeutung hat die Beschaffenheit des Hufhornes sowie die Stellung der Hufe. Dunkles Hufhorn ist fester als helles. Ein Huf mit optimaler Stellung läuft sich regelmäßiger ab. Ist jedoch das Hornwachstum gut, kann ein unregelmäßiges Ablaufen und eine zunehmende Fehlstellung durch regelmäßiges Korrigieren mit der Raspel verhindert werden.Dabei keine Zehenrichtung nach Schönheit verpassen, sondern so wie die Gelenke gewachsen sind.

Barhufe pflegen

Barhufe sollten nicht nur dem Schmied zur Pflege überlassen werden. Abgeplatzte Trachten sollten sofort, jedoch mit minimalem Aufwand geglättet werden. Dabei ist es wichtig nicht das gesamte Hufhorn aufzurauen. Denn auch die äußere Schicht der Trachtenwände besitzt einen Schutzmechanismus um den Huf vor übermäßigen Witterungseinflüssen zu schützen.

Bemerkt man jedoch ein gehemmtes Schreiten auf Waldwegen oder Straßen sollte dem Pferd ein Beschlag gegönnt werden. Hier schadet das Barhufgehen dem Pferd. Nicht nur die Qualität der Bewegung ist dahin. Es besteht auch die Gefahr einer Huflederhautentzündung durch Überlastung. Häufig reicht es nur die Vorderhufe zu beschlagen.

Arbeit

Arbeitspferde die in der Holzrückung oder vor dem Kremser regelmäßig Dienst tun, kommen nicht ohne einen passenden Hufbeschlag aus. Weiterhin bieten in die Eisen eingearbeitete Vidiastifte deutlichen Halt auf glatten Beton- oder Asphaltstraßen und haben schon oft schweres Ausgleiten verhindern können. Rückepferde werden mit speziellen Stollen ausgestattet die die Trittsicherheit in Schlamm und am Hang erhöhen.

 

Belastung

Bei Reitpferden gibt es große Differenzen im Einsatz und in der Form der Belastung. Grundsätzlich ist der Barhuf dem beschlagenen Huf immer vor zu ziehen, da der Hufmechanismus nicht eingeschränkt ist. Tragenden Stuten sollten vor dem Abfohlen immer die Eisen abgenommen werden um das Fohlen vor versehentlichen Verletzungen zu schützen.

Das richtige Eisen

Die Wahl des Eisens trifft meist der Schmied. In einigen Ställen hat sich die Unsitte verbreitet jedes Pferd mit Rundeisen auszustatten, da dies besser sei. Das ist purer Unsinn. Rundeisen gehören zu den Orthopädischen Beschlägen um den Strahl zu entlasten, z.B. bei einer Hufrehe. Das ist bei einem gesunden Huf kontraproduktiv. Im Allgemeinen ist die traditionelle Hufeisenform auch die Beste. Der Schmied wird je nach Bewegungsablauf vorn und oder seitliche Aufzüge anbringen.

Um auch gut durch den Schnee zu kommen können in den Wintermonaten Gummigrips zwischen Eisen und Horn beim Beschlag mit angebracht werden. Sie verhindern das Aufstollen des Schnees.

Hufett oder Öl

Hufett oder Öl benötigt der Huf nur in Ausnahmefällen in jedem Fall aber nach dem Beschlag. Regelmäßiges Fetten trocknet den Huf eher aus, da der Fettfilm die Aufnahme von Feuchtigkeit verhindert. Pferden welche zu Strahlfäule neigen kann mit regelmäßigem Einpinseln der Sohle und der Strahlfurchen mit Buchenholzteer geholfen werden.

Kategorie: Allgemein